Sommerliche Stimmübungen

 

Sommerliche Stimmübungen

Sommerliche Stimmübung 1: Beim Baden

Wie gesund Schwimmen ist, das wissen Sie. Es stärkt Ihre Muskulatur, fördert Ihre Ausdauer und vieles mehr. Aber wussten Sie auch, dass Sie alleine dadurch, dass Sie bis zu den Schultern im Wasser stehen, Ihre Atmung kräftigen und damit auch Ihrer Stimme Gutes tun?

Wasser übt auf den Körper einen höheren Druck aus als Luft. Daher mobilisiert der Körper, um nicht „erdrückt“ zu werden, Gegenkräfte. Besonders die Zwischenrippenmuskulatur wird so aktiviert.

Sie können also schon einen enormen Trainingseffekt erzielen, wenn Sie „nur“ im Wasser stehen – wie viele Südländer das gerne tun.

Wenn Sie wollen, können Sie nach so einem „Stehbad“ die Beweglichkeit Ihres Brustkorbes erfühlen, indem Sie die Hände seitlich auf die Rippen legen und die Atembewegung wahrnehmen. Und sollten Sie gerade alleine am See sein, können Sie in den Ausatem einen Ton fließen lassen.

Sommerliche Stimmübung 2: Beim Schwimmen

Schwimmen ist eine rhythmische Bewegung, das Atmen auch. Nehmen Sie diesen Rhythmus beim Schwimmen bewusst wahr. In welcher Phase der Schwimmbewegung atmen Sie ein? Wann atmen Sie aus? Können Sie eine Atempause wahrnehmen? Zum Beispiel, wenn Sie von der Energie des letzten Schwimmzugs getragen durchs Wasser gleiten?

Ich vermute, Sie werden das Schwimmen umso harmonischer empfinden, je mehr Atem- und Bewegungsrhythmus übereinstimmen. Wahrscheinlich werden Sie auch mehr Ausdauer haben. Ähnlich ist das beim Sprechen: Wenn Ihre Bewegungen atemverbunden sind, seien es die Gestik, Mimik oder Artikulation, dann wird das Sprechen leicht und gleichzeitig kraftvoll sein.

Sommerliche Stimmübung 3: Beim Tauchen

Wenn ich jetzt vom Tauchen spreche, meine ich das Tauchen ohne Flasche oder Schnorchel. Einfach nur den Moment, wenn Sie einige Schwimmzüge unter Wasser machen. Viele neigen dazu, dann ganz viel Luft einzuatmen, sich ganz voller Luft zu pumpen. Wenn Sie das tun, haben Sie viel Luft in sich und entsprechend viel Auftrieb. Sie müssen sich also mehr anstrengen, um unter der Wasseroberfläche zu bleiben. Leichter können Sie sich unter Wasser bewegen, wenn Sie nur so viel Luft in sich aufnehmen wie bei einem „normalen“ tiefen Atemzug.

Auch hier gibt es eine Analogie zum Sprechen. Der, meist unterschwellige, Gedanke ist weit verbreitet, dass man viel Luft einatmen muss, um effektiv zu sprechen. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn Sie zu viel eingeatmet haben, entsteht Druck im Körper, die Muskulatur verspannt sich. Die Stimme klingt dann eher gepresst als resonanzreich, das Sprechen wird ermüdend, und Sie geraten schneller in Atemnot.

Achten Sie also darauf, tief zu atmen, ohne zu viel Luft aufzunehmen. Oder anders gesagt: Entspannen Sie Ihren Bauch, und lassen Sie so viel Luft einströmen, wie von alleine einströmen kann. Überlassen Sie das Ihrem Körper. Er weiß, wie viel Luft er gerade braucht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß – beim Baden, Schwimmen, Tauchen und Sprechen!

Madeleine Streiber

 

Foto: (c) Madeleine Streiber